Hörspiel-Blog

Eigils großer Fang

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Haithabu, vor über 1.000 Jahren am Osthandelsweg. Eigil, der Noor-Fischer, kommt eines Tages mit einem kleinen Schatz im Tagesfang nach Hause – sein großer Fang. Vor lauter Angst, das der Besitzer der Reichtümer ihn finden und bestrafen würde, behält er dieses Geheimnis jedoch für sich. Nur seiner Frau Åsa vertraut er diese Neuigkeit an. Aber was tun mit so viel Reichtum?

Es war schon immer Eigils Traum, einmal ein großer Händler auf der See zu sein. Daher beschließt er einen Teil des Schatzes in den Bau eines Händlerschiffes zu investieren. Doch dafür muss er seine Frau und seinen Sohn zurücklassen. Allerdings sollte Eigil niemals wieder zurückkehren. Stattdessen trifft Jahre später ein Fremder in Haithabu ein, Toke. Er war einst ein Freund von Eigil und will ihm seinen letzten Wunsch erfüllen. Toke will den restlichen Schatz an Eigils Frau Åsa überbringen, doch leider ist auch sie bereits verstorben. Ihr neuer Lebensgefährte Asmund, macht auf Toke keinen besonders vertraulichen Eindruck. Daher behält er den Schatz unter Verschluss. Er hört sich im Dorf um und will mehr über diesen Asmund und auch über das Leben von Åsa und Eigil in Erfahrung bringen. Als Eigils Sohn Thorwald auftaucht, will er ihm den Schatz rechtmäßig aber im Geheimen überreichen.

Toke erzählt Thorwald von den Abenteuern, die er mit Eigil erlebt. Jetzt will Thorwald alles über seinen Vater wissen und bittet Toke, ihn mit auf die Rückreise zu nehmen und Haithabu verlassen und Händler werden, wie sein Vater.

 

Ein Historisches Hörspiel

Dieses Hörspiel ist kein typischen Rollenspiel-Hörspiel ala Das Schwarze Auge. Es ist vielmehr ein historisches Hörspiel, das versucht, die Zeit der Wikinger so original wie möglich einzufangen. Wir erfahren einiges über Land und Leute, ihre Gewohnheiten und was die Wikinger, außer Plündern oder England und Frankreich zu erobern, sonst noch antreibt. Der Hörer folgt Toke, der auch gleichzeitig der Erzähler der Geschichte ist, und ist so immer direkt im Geschehen.

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Die Geschichte beginnt mit einer Szene auf dem Schiff bei dem die Charaktere eingeführt werden. Die Protagonisten Robert Craven und Mr. Montague sind auf einer Reise nach London, als das Segelschiff in eine Nebelbank gerät. Im Nebel lauert eine Gefahr, ein Wesen aus der Meerestiefe greift das Schiff und seine Besatzung an. Montague warnt den Kapitän erfolglos und so bereitet er sich auf einen Kampf vor.

Rezension lesen

Story und Produktion

Die Geschichte um „Eigils großen Fang“ würde ich am ehesten unter der Kategorie „Abenteuer“ einordnen. Es ist ein sehr interessantes und aufschlussreiches Hörspiel. Wer hier auf ein Fantasy-Action-Hörspiel hofft, wird sehr enttäuscht sein. Das Hörspiel gleicht mehr eine Erzählung und baut historische Gegebenheiten auf. Es wäre aber nicht verkehrt gewesen, wenn es noch etwas mehr „Drama“ gegeben hätte. Der Spannungsbogen konnte nicht immer voll ausgeschöpft werden. Dafür hatte man in der Fantasie eine sehr genaue Vorstellung von dieser Zeit durch die vielen Details. So werden wir auch schon mit der Intro-Musik 1.000 Jahre zurück in die Vergangenheit katapultiert.

Die Inszenierung ist gut gemacht, man hätte vielleicht noch etwas an der Soundkulisse erweitern können und hier und da vlt noch etwas Musik zum Einsatz bringen können. Die Qualität hingegen ist für mich absolut professionell. Nicht ganz so professionell sind die Sprecher. Hier geht man einige Kompromisse ein, wobei keiner der Sprecher schlecht ist. Aber mit beispielsweise einer DAS-Winterzeit-Produktion eben nicht zu vergleichen.

Wer aber, wie ich, schon so viele Produktionen gehört hat, hat für sowas nun mal feine Antennen. Und man hört auch, dass alle sehr viel Spaß und Engagement in ihre Rollen gesteckt haben. Die Autoren und auch gleichzeitig Produzenten haben gleich die ganze Familie verpflichtet. Was ich persönlich äußerst sympathisch finde. Herauskamen 2 Stunden gute Hörspiel-Unterhaltung.

 

Das Autoren-Ehepaar Wolf

Das Thema und die Liebe zum Detail kommen bei dieser Produktion auch rein zufällig. Vielmehr sind Juliane und Mario Wolf ja fast Wikinger-Experten und dieser Epoche einfach verfallen. Juliane Wolf arbeitet als Moderatorin im Wikingermuseum in Haithabu und Mario Wolf ist Ingenieur für Medientechnik und Musiker. Außerdem gehört das Ehepaar zum Schauspiel-Ensemble der Wikinger-Gruppe „Midgaard-Skalden“. Zusammenfassend darf man also sagen, dass für ein Hörspiel alle Voraussetzungen stimmen und dieser Schritt mehr als nur verständlich war. So ähnlich ist auch damals mein erstes Hörspiel entstanden. Daher kann ich die Motivation der Familie Wolf auch sehr gut nachempfinden.

 

Fazit

Insgesamt eine sehr solide und ungewöhnliche Wikinger-Geschichte. Die Produktion klingt sehr professionell und man merkt, dass die Autoren sich einen Herzenswunsch erfüllt haben, bei dem viele Freunde mitgeholfen haben. Einen kleinen Abzug gibt es bei Story die etwas mehr Pepp vertragen hätte. Wer sich also für die Wikinger interessiert und nicht auf Keulen schwingende Zwerge wartet, bekommt mit „Eigils großer Fang“ ein sehr schön gemachtes historisches Hörspiel zu hören.

 

Link:

wolfsohr.com

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