Hörspiel-Blog

Rezension: Die Prüfung – Journalismus

Anfang der Woche lag ein kleines Päckchen im Briefkasten. Ein neues Rezensions-Exemplar von Wolfy Office. Der zweite Teil aus der Quadrologie „Die Prüfung“ mit dem Titel „Journalismus“ mit Stephanie Preis in der Hauptrolle. Kann die zweite Folge mit „Vaterliebe“ mithalten? Ich werde es hören und ihr lesen.

 

Die Handlung von „Journalismus“

Stephanie Groß (gesprochen von Stephanie Preis) ist mit Leib und Seele Reporterin, wenn auch nur beim Stadtanzeiger. Der Durchbruch als Sensationseporterin blieb bisher aus. Rein zufällig wird sie Zeugin des ersten Gesprächs zwischen Scott und Viktor, der Scott gerade heimlich seine Hilfe bei der Ergreifung des Secret-Killers anbietet. Stephanie sieht ihre große Stunde gekommen. Das wird ihre Story. Mit ihrer Kollegin Mia macht sie sich auf die Spur von Scott, Viktor und dem Secret-Killer. Sie sehen die Schlagzeilen schon vor sich, planen sogar schon ein Buch über die sensationelle Ergreifung des Serienkillers. Doch dann ändert ein dramatisches Ereignis einfach alles für Stephanie. Hat sie die falsche Entscheidung nach dem heimlich belauschten Gespräch von Scott getroffen?

 

Die Sprecher/innen von Teil 2 der Prüfung

Wie schon erwähnt, wird die Hauptrolle von Namensvetterin Stephanie Preis gesprochen. Hier auf MeinOhrenkino selbstredend keine Unbekannte. Sie spricht in meiner Zombie-Serie ebenfalls eine Hauptrolle. Ihre Stadtanzeiger-Kollegin Mia wird von Constanze Buttmann gesprochen. Aus dem ersten Teil sind selbstredend Scott (Markus Pfeiffer) und Viktor (Christopher Kussin – neues Mitglieder der Mortuorum Cibus Hauptcast) zu hören, wenn auch mehr aus dem Hintergrund. Das Ensemble ist etwas überschaubarer, was aber nicht weiter verwunderlich ist.

Das Schauspiel aller Sprecherinnen und Sprecher ist in jedem Fall sehr überzeugend. Stephanie Preis wirkt zu beginnt vielleicht noch etwas verhalten, bekommt aber schnell und reichlich Gelegenheit zu zeigen, was in ihr steckt. Schließlich liegt der Fokus der Story u.a. auf den vielen Selbstgesprächen der jungen Reporterin. Einfach stelle ich mir das jedenfalls nicht vor als Sprecher/in. Auch Constanze Buttmann spricht ihre Rolle als Mia sehr gut und ergänzt das Duo mit Eifer und dem Streben nach Ruhm. Aber dazu später mehr. Die ausgewählten Sprecher/innen leisten insgesamt eine sehr gute Arbeit und verkörpern ihre Rollen sehr ansprechend und unterhaltsam.

 

Die Anatomie der Story

Wir erleben noch einmal die Geschichte von Scott, den Aufgaben und dem Secret Killer aus Sicht der Journalistin Stephanie. Darunter einige Schlüsselszenen aus dem ersten Teil, gespickt mit dem, was wir nicht hören konnten. Das macht die Story durchweg spannend und auch interessant. Erste Puzzleteile fügen sich zusammen, Aha-Erlebnisse und Weiterführung der Story füllen den Thriller. So klärt sich auch schnell eine Frage, über die ich im ersten Teil nicht hinweggekommen bin. Warum hilft eine völlig fremde Person einem blutverschmierten Mann mit einer Pistole? Keine Angst, kein Misstrauen, einfach unlogisch. Tja, im zweiten Teil erfuhr ich dann die Aufklärung. Scott war eben kein Unbekannter für die Journalistin. So einfach ist das.

Ich denke, genau damit will Produzent Kim Jens Witzenleiter in seinem Thriller spielen. Den Hörer im Ungewissen lassen, so dass er sich Fragen stellen muss. Ja, sogar vielleicht auch etwas anzweifeln soll. Den Blickwinkel einschränken und dem Hörer tiefere Einblicke verwehren. Das Konzept finde ich höchst spannend und clever. Erfordert jedoch auch ein Händchen für gutes Story-Telling. Bisher hat Kim nicht enttäuscht. Auch wenn ich in Sachen Spannung und Action dem ersten Teil „Vaterliebe“ einen Punkt mehr in der Wertung zugestehen würde. Teil 2 hat weniger „Splatter“-Elemente, dafür ist man investigativ unterwegs und die Action dient mehr einer Akzentuierung der Dramatik.

Ein einfaches Steigern der Gewalt wäre vermutlich in Belanglosigkeit untergegangen. Hier wurde die Story mit Köpfchen gemacht. So geraten Stephanie und Mia beispielsweise in einen Interessenkonflikt. Mia steigert sich sehr in die Vorstellung von Ruhm und Anerkennung hinein, während Stephanie die Wahrheit ans Licht bringen will. Eine schöne Abwechslung mit folgenschwerem Ausmaß. Aber das müsst ihr schon selbst hören. Spoilern will ich schließlich niemanden. Durch die neuen Puzzleteilchen in der Geschichte wird fehlende Action sehr passable ausgeglichen. Und am Ende bekommen wir auch einen Showdown geboten, wie es sich gehört. Noch ein kleiner Fan-Fact: die bürgerlichen Namen der Hauptcast werden alle auf einer Türklingel eines Altbaus ganz beiläufig erwähnt. Allerdings wohnen sie nicht in der „Steinhardtstraße“, zwinker zwinker.

REZENSION: VATERLIEBE

Es beginnt alles ganz harmlos mit einer Firmenfeier, auf der Scott Gibson mit seiner Frau seinen Erfolg feiert. Die Kinder werden zuhause von Babysitterin Jana gehütet. Dann nimmt die ausgelassene Feier doch ein schnelles Ende. Scott wacht in einer Lagerhalle auf und ist gefesselt und allein. Vor ihm auf dem Tisch steht ein alter Kassettenrecorder. Eine gruselige Stimme teilt Scott mit, dass er auserwählt wurde, um an den Prüfungen teilzunehmen.

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Produktion und Sounddesign

Wie auch schon bei „Vaterliebe“ hat sich Kim mit Tom Steinbrecher keinen Unbekannten aus der Hörspiel-Szene mit an Bord geholt. Tom verfügt über jahrelange Erfahrung in der Hörspiel-Produktion und weiß ein Skript zu vertonen. Daher kann ich mich nur wiederholen und sagen, das mir die Soundkulisse gut gefällt und die musikalische Unterstützung von Michael Donner ebenfalls. Die Musik fügt sich dezent in die Szenen ein und schafft Raum für Atmosphäre.

Am Ende schließt auch wieder eine Cover-Version von Trent Reznors „Hurt“ die Folge ab. Dieses Mal interpretiert von Künstlerin Ana. Unglaublich wie unterschiedlich die Versionen klingen können, obwohl es ja derselbe Song ist. Ski King kam in Teil 1 mit einer Interpretation a la Johnny Cash. Ana hingegen bringt eine große Portion Verzweiflung in die Stimmung. Das macht neugierig, wer im nächsten Teil seine Version von Hurt präsentieren wird. In jedem Fall hörenswert und eine schöne Idee.

 

Das CD-Cover von Folge 2

Auf dem Cover befindet sich wieder eine Illustration im selben Stil. Eine junge Frau starrt mit kühlem Blick den Hörer an. Die eine Gesichtshälfte weiß, die andere schwarz mit seichten roten Furchen oder Narben. Die CD selbst ist durchaus bunter. Hier sehen wir zwei Frauen die sich gegenüberstehen. Bei genauer Betrachtung, handelt es sich um eine Spiegelung. Das Booklet ist 2-Seitig und bietet auf der Rückseite die typischen Credits. Im Inlay unter der CD erfahren wir schon den Titel von Folge 3 – „Justiz“. Das Design bleibt seiner Linie treu. Lediglich den Schriftzug „Die Prüfung“ finde ich nicht so gelungen was die Auswahl der Schrift angeht. Da spricht der Grafikdesigner aus mir. Alles andere gefällt mir optisch ausgezeichnet. Alles trägt eine professionelle Handschrift.

 

Mein Fazit zur Folge 2 von „Die Prüfung“

In Punkto Spannung und Action hat „Vaterliebe“ noch die Nase vorn, aber „Journalismus“ landet ebenfalls einige zielsichere Punkte. Die Handlung in der Handlung hat mir sehr gut gefallen. Auch die Einbindung der Schlüsselszenen aus Teil 1. Das Spiel mit den Blickwinkeln ist gut umgesetzt und die beiden Journalistinnen überzeugen in ihren Rollen. Folge Eins ist mit knapp 51 Minuten rund 12 Minuten kürzer als Vorgänger „Vaterliebe“, das finde ich jedoch nicht weiter tragisch. Da man als Hörer mit der Story schon vertraut ist, sind die neue Blickwinkel im Fokus und bedürfen auch keiner weiteren Erklärung. Die Story verschwendet keine Zeit mit unnötiger Nebenhandlung und hat mich 51 Minuten lang sehr gut unterhalten. Im Kopf habe ich schon neue Szenarien gesponnen, was Viktor alles in seiner Abwesenheit getrieben haben könnte. Und natürlich – wer ist dieser durchgeknallte Secret-Killer? Mega spannendes Konzept mit guter Story und tollen Sprechern. Das ist mir eine MeinOhrenkino-Hörspiel-Empfehlung wert.

 

Die Sprecher-Cast:

Stephanie Groß (Stephanie Preis)

Mia Ziegler (Constanze Buttmann)

Scott Gibson (Markus Pfeiffer)

Viktor (Christopher Kussin)

Marleen (Birgit Arnold)

Peter Stähle (Joschi Hajek)

In weiteren Rollen: Kevin Kasper, Ines Baumert, Chrissi Lau

 

Links:

Wolfy-Office.de/Die-Prüfung-Journalismus

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