Hörspiel-Blog

Rezension: Die Prüfung – Vaterliebe

Wieder einmal habe ich überraschend Post bekommen. Inhalt: das neue Hörspiel von Wolfy Office – DIE PRÜFUNG. Die nächste Rezension steht also an. Folge 1 des Vierteilers hört auf den Namen VATERLIEBE und gibt damit einen dezenten Hinweis auf das was da noch kommt. Eine ganze Menge Hörspiel im Saw-Splatter-Style. Aber alles von Anfang an.

 

Die Handlung von Vaterliebe

Es beginnt alles ganz harmlos mit einer Firmenfeier, auf der Scott Gibson mit seiner Frau seinen Erfolg feiert. Die Kinder werden zuhause von Babysitterin Jana gehütet. Dann nimmt die ausgelassene Feier doch ein schnelles Ende. Scott wacht in einer Lagerhalle auf und ist gefesselt und allein. Doch er kann sich befreien. Vor ihm auf dem Tisch steht ein alter Kassettenrecorder. Eine gruselige Stimme teilt Scott mit, dass er auserwählt wurde, um an den Prüfungen teilzunehmen. Als Anreiz hat der „Secret Killer“, wie wir später erfahren, Scotts Familie entführt und droht, seiner Familie Furchtbares anzutun, wenn er sich weigern oder bei den Prüfungen versagen sollte.

Zum Start erhält er ein Handy, eine Stadtkarte und einen Schlüssel. Über das Telefon soll er seine „Aufgaben“ erhalten. Von Angst und Panik gepackt, flüchtet er nach Hause und will sich davon überzeugen, dass es seiner Familie gut geht. Doch er findet etwas ganz Anderes vor. Die Babysitterin Jana liegt tot und blutverschmiert in der Vorratskammer. Scott wird klar, dass es dem Secret-Killer sehr ernst ist. Wenn er seine Familie wiedersehen will, muss er alle Prüfungen bestehen. Und der Killer hat ihn schon vorgewarnt, und er fragt sich, wie weit Scotts Vaterliebe reichen würde.

Scott entschließt sich, die Polizei einzuschalten, was den Mord an Jana angeht. Die Details über seine Familie verschweigt er der Polizei gegenüber. Da wird Scott von einem fremden Mann angesprochen, der etwas zu wissen scheint. Geheimnisvoll steckt er Scott eine Nachricht zu, dass er sich bei ihm melden wird. Was weiß dieser Mann? Ist er der Entführer? Die Polizei könne ihm nicht weiter helfen. Aber er könnte es. Kann er das wirklich?

An dieser Stelle möchte ich die Handlung erst einmal nicht weiterführen. Schließlich sollt Ihr ja noch etwas Spannung für das Hörspiel übrigbehalten. Eins will ich Euch aber noch verraten. Die Prüfungen sind alles andere als Kindereien. Sie reichen von Folter, Selbstverstümmelung bis Mord. Also nichts für schwache Nerven.

 

Musik und Geräusche

Für die Atmosphäre sind natürlich die Musik und Geräusche sehr wichtig. Sounddesigner Tom Steinbrecher hat eine gute Soundkulisse geschaffen. An wenigen Stellen hätte ich mir vielleicht etwas mehr „grusel“ bei den Sounds gewünscht. Da wäre noch etwas Luft nach oben gewesen. Aber wirklich nur an wenigen Stellen. Musikalisch wird das Hörspiel von guter Hintergrundmusik getragen, die nicht aufdringlich und schon fast zurückhaltend wirkt. Der Fokus lag, nach meinem Empfinden, auf der Handlung. Sie ist düster und schafft genau die richtige Stimmung. Komponiert wurde die Musik von Michael Donner.

 

Die Sprecher und Sprecherinnen

Für den Protagonisten engagierte Kim Jens Witzenleiter (Wolfy Office) Markus Pfeiffer, der in seiner Rolle als Scott Gibson absolut überzeugend ist. Er bringt die Verzweiflung und die Abscheu, die Scott während den Aufgaben empfindet, sehr gut rüber. Mir war Markus Pfeiffer aus den Assassins Creed Spielen bekannt, dort hat er die Rolle des Ezio Auditore synchronisiert. Natürlich gibt es weitere mir gut bekannte Stimmen in dem Hörspiel, die allesamt eine überzeugende Leistung abgeliefert haben. Da hätten wir den Detektiv Viktor Balldar, der von Christopher Kussin gesprochen wird. Ihr kennt ihn vielleicht aus dem Hörspiel Anomalia oder auch meiner eigenen Produktionen MORTUORUM CIBUS. Dort spricht er einer der Hauptrollen. In einer kurzen Rolle ist auch Stephanie Preis zu hören, die ebenfalls in meiner Zombie-Serie zur Hauptcast gehört. Weitere mir bekannte Stimmen im Hörspiel sind u.a. Constanze Buttmann, Tim Caspers und natürlich Reiner Schöne als Polizist. Reiner Schöne dürfte euch bestimmt als die deutsche Stimme von Willem Dafoe vertraut sein. In weiteren kleinen Rollen hört Ihr Marc Schülert (Ohrenkneifer Hörspiele) und Katja Keßler. Hier sind Profis am Werk und das hört man auch.

REZENSION: SKINWALKER-TRILOGIE

1862 in der Nacht zum 3. Juni. Der Rauch aus Pulverdampf und Schießpulver lag bleiern und tödlich über den Schlachtfeldern von Gettysburg. Nord -und Südstadtler gleichermaßen lagen mit zerrissenen, toten Körpern auf den von blutgetränten Wiesen vor der Stadt. Unter ihnen Jonathan Crest. Mit dem abgeschossen Bein hätten ihn der Tod längst holen sollen, doch er kam nicht. Anstatt seiner, führte ihn eine weiße Krähe fort. Jonathan Crest überlebte und jetzt, 1875, ist er Marshall in Heaven, Arizona.

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Das CD-Cover

Ich mag ja illustrierte Hörspiel-Cover. Die Titel-Illustration wurde mit groben Pinselstrichen gemalt. Man sieht einen Mann mit einer Plastiktüte über dem Kopf, im Hintergrund eine dunkele Gestalt. Sehr düster und stimmungsvoll. Gefällt mir gut. Das Booklet besteht jedoch nur aus einem 2-Seiter. Klappen wir die CD auf, finden wir auf der Rückseite des Covers direkt die Credits. Dafür starrt uns allerdings ein im gleichen Stil gemaltes Gesicht mit grünen Augen an. Versteckt hinter langen Haaren oder einer Kapuze? Sehr cool. Im Inlay bekommen wir schon den Hinweis auf Folge 2 mit einer kleinen Abbildung des Covers. Auf der CD-Rückseite kommen die typischen Angaben mit Inhalt usw. Hier schaut uns wieder eine junge Dame an. Keine grünen Augen. In jedem Fall erweckt es sofort Neugier. Schönes Ding, gut und professionell gemacht.

 

Mein Eindruck der ersten Folge

Der Anfang ist im Vergleich zur restlichen Story etwas langatmig, dafür kommt die eigentliche Handlung schnell ins Rollen. Die Handlung ist sehr zielorientiert und hat keine Zeit für Nebensächlichkeiten. Dadurch bekommt das Hörspiel eine schöne Dynamik und die Spannung bleibt lange aufrechterhalten. Die Übergänge zu den einzelnen Szenen oder bei Ortswechseln sind mir dafür etwas zu hastig. Man springt förmlich zum nächsten Ort ohne große Geschichte drum herum. Dass Scott nicht im Lagerhaus gefangen bleibt und sich durch bösartige Fallen in die Freiheit kämpfen muss, heiße ich übrigens sehr willkommen.

Ebenfalls eine gute Lösung ist der Verzicht auf einen Sprecher. Hierzu hören wir einfach die Gedankenwelt von Scott, was er gerade denkt und fühlt. Wir bleiben also immer nah am Geschehen. Beim Hören haben sich aber auch verschiedene Fragen ergeben, die teilweise später in Gesprächen wieder beantwortet werden. Dennoch muss man an manchen Stellen einfach akzeptieren, dass es so ist. Kurzes Beispiel: Als Scott zum ersten Mal auf Viktor trifft und der ihm heimlich eine Notiz zukommen lässt, hat er es auch irgendwie geschafft, seine Nummer in Scotts Smartphone zu schmuggeln. Das fragt sich auch unser Protagonist, aufgeklärt wird es jedoch nicht. Dazu aber gleich mehr. Bei der sehr cool klingenden Stimme vom Secret-Killer (hierzu findet man noch keine Infos im Booklet!) taucht diese manchmal einfach beim Betreten eines Raumes auf, ohne dabei die Quelle zu kennen. Das kann man sich zwar aus der Szene irgendwie herleiten, hier hätte man aber vlt noch etwas mehr Info geben können. Es kommt aber noch großes ABER.

Aus den Beschreibungen der kommenden Teile lässt sich aber vielleicht etwas herleiten. Denn dort wird schon verraten, dass der Protagonist und damit auch der Blickwinkel. Einige Fragen könnten also auch in den folgenden 3 Teilen geklärt werden. So wird in Teil 2 JOURNALISMUS die Nebenrolle der lieben Stephanie Preis direkt zur Hauptrolle. Tolle Idee! Da bin ich schon sehr auf die Fortsetzung gespannt.

 

Mein Fazit

In gut 63 Minuten bekommt Ihr sehr gute Unterhaltung mit düsterer Atmosphäre und gut dosierter Brutalität. Definitiv nichts für Kinder und so wird das Hörspiel vom Produzenten ab 16 Jahren empfohlen! Die Story hat jetzt für mich nichts neues oder sehr Überraschendes geboten, dafür bleibt es aufregend und vor allem kurzweilig. Das gesamte Ensemble liefert hier ein absolut professionelles und spannendes Hörspiel ab. Die Sprecher/-innen, Charaktere, Musik, Sounds – So soll ein Hörspiel sein. Ich freue mich sehr auf die nächsten Teile. Von mir gibt es also eine MeinOhrenkino-Hörempfehlung!

 

Die Sprecher-Cast:

Scott Gibson (Markus Pfeiffer)

Tina Gibson (Katja Keßler)

Viktor Balldar (Christopher Kussin)

Polizist Henry (Reiner Schöne)

Jana (Sabrina Ziegler)

Stephanie Groß (Stephanie Preis)

Mia Ziegler (Constanze Buttmann)

Hotel Eigentümer (Tim Casper)

Paplo (Jens Wenzel)

Marleen (Birgit Arnold)

In weiteren Rollen: Kevin Kasper, Viktor Grytzka, Stella Denis, Marc Schülert, Kim Jens Witzenleiter, Christian Jürs

 

Links:

Wolfy-Office.de/Die-Prüfung-Vaterliebe

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